CDU nun hundertprozentig für Caplan
Burscheid - Ovationen nach der Bekanntgabe des Wahlergebnisses. Die Christdemokraten sprangen am Mittwochabend in der Aula der Friedrich-Goetze-Schule von den Stühlen. Strahlen, Händeschütteln und Schulterklopfen: 77 zu 0 Stimmen für Stefan Caplan, den Bürgermeisterkandidaten der CDU. Nach dem eindeutigen Resultat schien allen ein schwerer Stein vom Herzen zu fallen. Der Versammlungsleiter, Europaabgeordneter Herbert Reul aus Leichlingen, gratulierte als einer der ersten, auch im Namen des verhinderten Kreisvorsitzenden Rainer Deppe: „Das Ergebnis ist ein außerordentlicher Vertrauensbeweis, das aber auch eine außerordentliche Verantwortung mit sich bringt.“
Vor der Wahl hatte Stefan Caplan („Messen Sie mich daran, wofür ich stehe“) in einer Powerpoint-Präsentation seiner Ziele für die Stadt und ihre Bürger dargelegt. Zu den Schwerpunkten seines Programms gehören Ausbildung und Arbeitplätze für Jugendliche, Gewerbeansiedlung, Angebote für Familie und Freizeit, Ausbau der Angebote vom Kleinkind bis zu den älteren Bürgen sowie die Stadtentwicklung in Burscheid und Hilgen: „Trotz leerer Kassen müssen wir investieren, aber schlau“. Vom Konjunkturpaket II sollen vor allem die Jugendlichen profitieren. Wegen noch ungeklärter Fragen zum Förderprogramm verzichtete Caplan auf weitere „Versprechungen“. Als seine Tugenden nannte er „Verlässlichkeit, stete Gesprächsbereitschaft und eine serviceorientierte Verwaltung.“ Auf Kosten anderer werde man sich nicht profilieren. Stattdessen warb er für ein „nachhaltiges, vernünftiges Miteinander“.
Das hatte zuvor bereits der Fraktionsvorsitzende Jörg Baack gefordert. Angesichts derzeit in der Stadt kursierender Gerüchte und Unterstellungen sagte er: „Wie jeder Mansch hat auch Stefan Caplan Ecken und Kanten.“ Aber wenn jemand „etwas Böses hört, sprechen Sie ihn an.“ Baack verwahrte sich gegen den Verdacht des „Bündnisses für Burscheid“, der Beigeordnete sei seinerzeit mit dem Versprechen eingestellt worden, Nachfolger von Kahrl zu werden: „Absoluter Unsinn. Sowohl Baggeler als auch Papazoglou waren schon damals in der Partei und müssten es eigentlich besser wissen.“ In der Aussprache verlangte Gisela Schürmann Aufklärung darüber, ob die ausgetretenen CDU-Mitglieder ihre Mandate zurückgeben, Michael Baggeler etwa sein Amt als stellvertretender Bürgermeister und Vorsitzender des Stadtentwicklungsausschusses. Dazu Baack: „Wenn die Ämter nicht freiwillig zurückgegeben werden, werden wir die Dinge nicht auf die Spitze treiben.“ Die Partei wolle sich wieder mit Inhalten beschäftigen. Dass auch einige Mitglieder im Saal waren, die auf der Unterstützerliste für Baggeler auftauchten, freute Erika Gewehr besonders: „Ausschlaggebend war wohl, dass wir in dieser Stadt einen ausgewiesenen kommunalen Manager brauchen, der auch soziale Kompetenz besitzt: Das ist Stefan Caplan.“
Kölner Stadtanzeiger, Timm Gatter, 30.01.2009
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