Zeit der Vergebung
Kommentar von Timm Gatter
Die Zahl 77 wird wohl in die Analen der Burscheider Christdemokraten eingehen. Die 77 stimmberechtigten Mitglieder zeigten zu 100 Prozent Schulterschluss mit ihrem nun offiziell nominierten Bürgermeistermeisterkandidaten Stefan Caplan.
Burscheid - Beim Evangelisten Matthäus steht die Zahl 77 für das Vergeben. Somit traf der Appell von Fraktionschef Jörg Baack den Punkt, auf weiteres Nachhaken und Wundenlecken im Zusammenhang mit den bislang 42 abtrünnigen Mitgliedern zu verzichten.
Der Stadtverband hat schwere Zeiten hinter sich. Mit Stefan Caplan an der Spitze gilt es nun, verlorenes Vertrauen der Bürger in die nach wie vor größte Partei in Burscheid zurück zu erobern. Das ist zwar eine lösbare Aufgabe, doch darf nicht vergessen werden, dass sich mit Caplan und Baggeler, dem Kandidaten des neu gegründeten Vereins „Bündnis für Burscheid“, zwei Konkurrenten um die Nachfolge von Hans Dieter Kahrl bewerben, die weltanschaulich ähnliche Ziele verfolgen. Das hat Baack klug erkannt und deswegen im Sinne des großen Ganzen dazu aufgefordert, auf Kleinliches wie persönliche Anfeindungen endgültig zu verzichten. Daran hatte sich zwar zuvor die Vorsitzende Erika Gewehr nicht ganz gehalten. Doch glich dies Caplan mit einer sachlichen Rede über die Zukunft der Stadt aus.
Die CDU sollte es sich sehr gut überlegen, ob sie das signalisierte Gesprächsangebot des abgespaltenen Bürger-Bündnisses annimmt. Vergeben ja. Vergessen honoriert der Wähler in Burscheid und anderswo nicht so schnell.
Kölner Stadtanzeiger, Timm Gatter, 30.01.2009
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