CDU will wieder über Inhalte wahrgenommen werden
Kommunalwahl Vorsitzende Erika Gewehr sieht die Partei in der „Poleposition“. Das Ja zum Wahlprogramm erfolgt einstimmig.
Burscheid. Die Namen Michael Baggeler und BfB fielen auf der Mitgliederversammlung der CDU nicht ein einziges Mal. Die Partei sieht das Zerwürfnis mit ihrem ehemaligen Vorsitzenden bis hin zur Abspaltung als erledigt an. Baggelers Amtsnachfolgerin Erika Gewehr glaubt die CDU für die Kommunalwahl wieder „in der Poleposition“. In das gleiche Horn stießen Bürgermeister Kahrl („Die CDU ist bestens aufgestellt“), Bürgermeisterkandidat Caplan („Wir werden wieder über Inhalte wahrgenommen“) und Europaabgeordneter Reul (Hut ab, wie die CDU das gemeistert hat“). Man musste schon sehr genau hinhören, um noch ein paar Sticheleien gegenüber dem neuen Mitbewerber zu entdecken – zum Beispiel als Stefan Caplan die eigene Professionalität mit dem Hinweis unterstreichen wollte, dass es zur Führung der Stadt nicht genüge, „zehn Zeilen Pressemitteilung zu schreiben“.
Für Inhalte steht das Wahlprogramm und das trägt die Handschrift von Jörg Baack. Mit dem gefühligen Bilderrückblick auf die Entwicklung seit 1999 hatte der Fraktionsvorsitzende die gut 50 Mitglieder in der Hauptschule eingestimmt. „Wir verbuchen diesen Erfolg nicht für uns allein, aber wir wollen daran anknüpfen.“ Mit ihrem Zehnpunkteprogramm will sich die CDU als Partei der Finanz- und Wirtschaftskompetenz profilieren. Die Vermeidung neuer Schulden ohne Kahlschlag bei Jugendzentrum, Bücherei und Hallenbad ist ein Schwerpunkt, die maßvolle Ausweitung neuer Gewerbeflächen und die flächendeckende Versorgung mit „schnellem Internet“ als Standortfaktor ein zweiter. „Wirtschaft und Arbeit können wir besser als alle anderen“, sagte Baack.
Umweltpolitisch soll Burscheid zur Energiesparkommune Nummer eins“ werden. Ein „gymnasialer Zweig in bestehenden Gebäuden“ taucht unter dem Punkt „Schule und Bildung“ auf. Die gewünschte zentrale Sportanlage in Kaltenherberg werde aber „schwierig werden“, so Baack.
Weitgehend deckungsgleich schrieb sich Caplan für seine Bürgermeisterkandidatur vor allem die Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen, den Ausbau von Bildungsangeboten für Kinder, das Energiesparen und die Stärkung der Zentren in Burscheid und Hilgen auf die Fahnen. Sein Fazit: „Wir passen zusammen.“
Bergischer Volksbote, 22.06.2009
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